FRANK HESSE YOGA
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HATHA YOGA

Wenn man hier bei uns von Yoga redet, meint man in der Regel Hatha Yoga. Dieses ist, wenn man in einem Studio damit anfängt, zunächst einmal eine Art Sport*. Es unterscheidet sich allerdings von anderen Disziplinen in dessen Bezug auf unser sonstiges Leben. Während wir uns bei Letzteren mit zunehmender Übung vor allem innerhalb der Sportart steigern, während unser übriges Leben relativ unberührt bleibt, entwickelt Yoga genau da seine Strahlkraft: Wir werden besser im Leben, unser Leben wird besser, weil wir uns mit zunehmender Praxis immer mehr mit diesem verbinden. Wir verstehen unser Leben besser, wir verstehen uns besser, indem wir bei unserer Praxis immer wieder wieder an unsere Grenzen gehen, diese immer besser kennenlernen und dabei stetig erweitern. Wir gehen in Positionen, die wir im normalen Leben meiden, weil wir sie als unbequem empfinden. Dabei merken wir, dass wir es mit Hilfe von entsprechenden Konzentrations- und Atemtechniken tatsächlich ganz gut in diesen aushalten können, ohne dass uns etwas Schlimmes passiert. Damit verändern wir den Einfluss, den die Signale, die uns Körper und Geist senden, für unser Leben haben, indem wir in unserer Praxis lernen, genauer hinzusehen und so die Signale besser zu unterscheiden. Dann können wir es genießen, wenn in vormals unbequemen Haltungen unsere Muskeln gedehnt werden und wir damit zur Entspannung finden. Wir lösen Verkrampfungen und merken, dass wir Energie gewinnen, wenn der Körper in ein harmonisches Gleichgewicht kommt, weil wir diese nicht mehr für ineffiziente Schonhaltungen aufbringen müssen. Auf diese Weise kommt es nach und nach zu Neubewertungen der oben benannten Signale, und die Vorlieben und Abneigungen, die unser Leben prägen, verlieren an Schärfe. Wir müssen den Dingen, die wir mögen, nicht weiter auf Gedeih und Verderb hinterherrennen, und genau so wenig vor denen panisch flüchten, die wir nicht mögen. Sondern wir können uns immer mehr von diesem Reiz-Reaktions-Schema befreien und die Dinge des Lebens in aller Gelassenheit so annehmen, wie sie kommen. Wir üben das, indem wir in der Asana, dem Atemrückhalt, unserem Mantra bleiben. Wir müssen nicht mehr rennen, sondern können da sein, wo wir sind; uns selbst annehmen und darin Frieden und Freiheit finden.

* Es ist bei uns eine gesellschaftliche Realität, Hatha Yoga in den Sportkontext einzuordnen, und die meisten Besucher dieser Seite werden sich wohl in dieser wiederfinden. Im yogainternen Kontext unterscheidet sich Hatha, von anderen Yogawegen verkürzt gesagt dadurch, dass hier die Bedeutung des Körpers und der eigenen Erfahrung stärker im Vordergrund steht. Beim Raja, Jnana, Karma und Bhakti Yoga konzentriert man sich eher auf die geistigen Aspekte als auf die körperlichen und folgt eher Leitsätzen statt der eigenen Erfahrung. Das Ziel ist jeweils das gleiche: Die Bewegungen des Geistes zur Ruhe zu bringen (Yoga Sutra I-2).